„Besser Leben und Wohnen im Alter durch Technik“

Inhalt

Rückblick 2014

Die Kommunale Beratungsstelle (KBS) „Besser Leben und Wohnen im Alter durch Technik“ des Landkreises Vorpommern-Greifswald ist eine von bundesweit 22 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Anlaufstellen. Unsere Beratungsstelle ist nicht nur die nord-östlichste (im Umkreis von 400km die einzige), sondern sie hat auch ein einzigartiges Konzept der Bürgerinformation. Unter dem Motto: Informieren-Beraten-Erfahren-Erleben kann sich der interessierte Besucher ganzheitlich sowie hersteller- und anbieterunabhänigig über moderne technische Assistenten informieren. Dies erfolgt über methodisch-didaktisch aufbereitete Informationstafeln in der 65 qm großen Musterwohnung oder über die mobile Ausstellung. Hier wird a la einem Experimentarium moderne Technik zum anfassen und ausprobieren dem Besucher verständlich und in unterschiedlichen Anwendungsszenarien präsentiert. So findet der zu Beratende schnell und unkompliziert die technische Lösung, die zu ihm und seiner persönlichen Situation sowie seinem Wohnumfeld passt. Ein großer Teil der innovativen Hilfsmittel ist noch sehr unbekannt, diese bisher gemachte Erfahrung aus der Beratungspraxis bestätigte uns in der Auffassung, dass eine solche Beratungsstelle dringend benötigt wurde.

Mit dem Projekt KBS wurde am 15. März 2014 begonnen. Neben dem Aufbau eines Akteursnetzwerks, das aBesucher in der Musterwohnungus Wohnungswirtschaft, Pflege und Versorgung sowie den Seniorenbeiräten und sonstigen ehrenamtlichen Vertretern besteht, musste die barrierfreie Musterwohnung inklusive Präsentationskonzept und technischer Ausstattung entwicklelt und umgesetzt werden. Am 30.09.2014 konnte die Wohnung in Bertieb genommen werden und steht seitdem den Interessenten zur Verfügung. Seit Eröffnung der Wohnung haben so mehr als 450 Besucher die Beratungsstelle in Anspruch genommen. Wobei die Altersstruktur sehr differenziert ist sowie die Intentionen, als auch die Wünsche in den einzelnen Zielgruppen unterschiedlich ausgeprägt sind. So ist der Wunsch nach einem möglichst langen und selbständigen Leben in den eigenen vier Wänden besonders bei der Gruppe der über 60 Jährigen stark ausgeprägt. Technische Lösungen zur Sturzvermeidung oder innovative Lösungen für eine Notfallerkennung bzw. zur Entlastung der pflegenden Angehörigen in einem Demenzfall sind hier nachgefragt. In der Altersgruppe 21 bis 60 Jahre sind es insbesondere die Angehörigen, die den Wunsch des möglichen langen Erhaltes des vertrauten Lebensraums für die Älteren äussern. Da die Kinden und Enkel oftmals nicht in unmittelbarer Nähe zu ihren Eltern leben, geht es hier um Alarmierungs- und Monitorthemen.

Neben diesen Beratungsangeboten bietet die KBS viele weitere Informationsangebote an. So finden regelmäßig Fachtage für unterschiedliche Dienstleister statt. Im 6-Wochenrhytmus finden Anforderungsworkshops mit Dienstleistern rund um das Thema „Altersgerechtes Wohnen“ oder „Die mitalternde Wohnung“ statt. Hier wird insbesondere der Wunsch nach technischer Unterstützung und Beratungsleistung deutlich. So ist es unter anderem die Pflegewirtschaft, die nach Lösungen sucht, um beispielsweise Dokumentations- oder Koordinationsprozesse zu vereinfachen, um auch in Zukunft der hohen Nachfrage an pflegerischen Leistungen gerecht werden zu können. Im vergangenen Jahr wurden bereits verschiedene Weiterbildungsangebote hierzu entwickelt, stellvertretend sei das „Demenz-Robbentraining“ oder „Bewegt durch den Alltag – Fit für die Pflege“ zu nennen. Auf diesen Veranstaltungen wurden Pflegekräften innovative technische Hilfsmittel präsentiert und deren Einsatz im Alltag erläutert. Auch für die Wohnungswirtschaft stehen unterschiedliche Angebote zur Verfügung, so wurden Techniktrainings mit Hausmeistern durchgeführt, die den Einbau, den Betrieb und die Wartung von technischen Assistenzlösungen beinhalteten. Die Nachfrage durch Dienstleister nach solchen Angeboten ist aktuell so hoch, dass diese derzeit nicht vollständig gedeckt werden kann.

Ausblick und Schwerpunkte 2015

Gemeinsam mit dem KBS-Netzwerk wurde für 2015 der Schwerpunkt auf das Thema Demenz festgesetzt. Zielstellung ist es Bürgern des Landkreises verschiedenThemen 2015e Leistungsangebote zu offerieren, die in erster Linie für den Erhalt der Häuslichkeit im Demenzpflegefall sowie zur Unterstützung pflegender Angehöriger beitragen sollen. So wird der Robbenbesuchsdienst „Fine“ eingerichtet, der die Angehörigen entlasten soll. Weiterhin können sich Ratsuchende in der kommunalen Beratungsstelle verschiedene Ortungssysteme für einen Test ausleihen. So sollen den Interessenten bzw. dem Pflegepersonal die Vorteile eines Personenortungssystems und die Möglichkeit näher gebracht werden, demenzerkrankten Angehörigen trotz Ihrer Krankheit ein weiterhin selbstständiges Leben zu ermöglichen. Darüber hinaus wird die Musterwohnung mit technischen Assistenzlösungen zum Themenkomplex Demenz erweitert. So wird es zukünftig neben einer automatischen Herdabschaltung auch Wasserfluss-Sensoren geben, die helfen sollen Gefahrensituationen im Bad oder der Küche abzuwenden.

Kontakt

Kommunale Beratungsstelle Greifwald
André Huysmann
Makarenko Str. 38
17489 Greifswald