Die Möglichkeiten für einen gesunden Lebensstil haben – in jedem Alter, unabhängig vom sozialen, kulturellen oder ethnischen Hintergrund. Das ist das Ziel gesundheitlicher Chancengleichheit.

Der sozioökonomische Status einer Person – also die Kombination aus dem Einkommen, dem Erwerbs- und Familienstand, der Wohnsituation, der gesellschaftlichen Teilhabe und der empfundenen Zufriedenheit – wirkt sich erheblich auf das körperliche und seelische Wohlbefinden aus. Das soziale Gefälle innerhalb einer Gesellschaft spiegelt sich in dem Gesundheitszustand der Bevölkerung wieder. Sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind häufig einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt und besitzen geringere Gesundheitschancen als Menschen, die sich in einer besseren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lage befinden.

Das Ausmaß der gesundheitlichen Ungleichheit kann durch Angebote der Gesundheitsförderung entscheidend beeinflusst werden. Im optimalen Fall greifen die konkreten Maßnahmen vor Ort und erreichen die  Menschen in ihren jeweiligen Lebenswelten (z. B. Kita, Schule, Betrieb, Kommune). Der Fokus liegt hierbei auf dem Ausbau von gesundheitsfördernden Ressourcen und der Verringerung von persönlichen und umweltbedingten Gesundheitsbelastungen. Je stärker sich die gesundheitsförderlichen Handlungen dabei auf sozial benachteiligte Zielgruppen (z. B. Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende, erwerbslose und ältere Menschen, Migrant*innen) ausrichten, desto ausgewogener gestalten sich die gesundheitlichen Chancen.

Zur Entwicklung und Umsetzung von Angeboten der Gesundheitsförderung sind geeignete Strukturen erforderlich, die eine übergreifende Zusammenarbeit verschiedener Ressorts
(z. B. Erziehung, Bildung, Gesundheit, Umwelt, Städtebau) ermöglichen. Auf Bundesebene hat sich der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit als ein tragfähiges Netzwerk zur Stärkung der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung etabliert. Die Steuerung von gesundheitsfördernden Aktivitäten und Ansätzen auf Landesebene erfolgt innerhalb des  Verbundes über die Koordinierungsstellen Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC).