Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen

BZgA-Impfstudie: Nutzen der Grippeimpfung von Risikogruppen oft nicht erkannt

Die kalte Jahreszeit naht und damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an einer „echten“ Grippe (Influenza) zu erkranken. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt als wirksamen Schutz die jährliche Grippeschutzimpfung im Oktober oder November. Dies gilt insbesondere für sogenannte Risikogruppen wie Menschen ab 60 Jahren, Schwangere oder chronisch Kranke und Personengruppen mit erhöhter Ansteckungsgefahr, wie zum Beispiel medizinisches Personal.

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, betont: „Eine echte Grippe ist keine einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung. Dass die Grippe nicht unterschätzt werden darf, verdeutlichen die hohen Erkrankungszahlen aus dem vergangenen Winter 2017/2018. Laut Saisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza kam es dabei schätzungsweise zu neun Millionen Influenza-bedingten Arztbesuchen. Die BZgA weist deshalb auf die Grippeimpfung als wirksamen Schutz vor einer schwerwiegenden Infektionskrankheit hin.“

Die Ergebnisse der aktuellen bundesweiten Repräsentativbefragung der BZgA zeigen, dass sich die Einstellung zum Impfen in der Bevölkerung allgemein verbessert hat. Dennoch schätzen nur knapp die Hälfte aller Befragten (47 Prozent), denen eine Grippeimpfung empfohlen wird, diese als „(besonders) wichtig“ ein. Lediglich 40 Prozent der Befragten, die zu einer der Risikogruppen gehören, geben an, sich regelmäßig gegen Grippe impfen zu lassen. Einer der wichtigsten Gründe, warum die Impfung nicht regelmäßig wahrgenommen wird, ist die Einschätzung, dass die Grippe keine besonders schwere Krankheit sei.
Dabei sind Grippeviren sehr ansteckend und können sich somit schnell verbreiten. Meist zeigt sich die Influenza mit schweren Krankheitszeichen wie plötzlichem hohem Fieber über 38,5 Grad Celsius, trockenem Reizhusten sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Die Erkrankung betrifft den ganzen Körper und dauert selbst in unkomplizierten Fällen fünf bis sieben Tage. Beispiele für Komplikationen sind Lungen- oder Herzmuskelentzündungen, in schweren Fällen sogar mit Todesfolge. Die BZgA empfiehlt erkrankten Personen, zu Hause zu bleiben, Bettruhe einzuhalten und damit auch einer weiteren Verbreitung der Krankheitserreger vorzubeugen.

Damit das Wissen über die Grippeerkrankung und die Bereitschaft zur Impfung steigt, führen BZgA und Robert Koch-Institut (RKI) auch in diesem Jahr die gemeinsame Informationskampagne „Wir kommen der Grippe zuvor“ durch. Im September erhielten bundesweit rund 100.000 Multiplikatoren wie impfende Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, der Öffentliche Gesundheitsdienst sowie Alten- und Pflegeheime Medienpakete mit Informationen und Materialien rund um die Grippeimpfung.

Weitere Informationen der BZgA zur Grippeimpfung unter http://www.impfen-info.de/mediathek/printmaterialien/grippeimpfung/

Häufige Fragen und Antworten zur Grippeschutzimpfung unter http://www.impfen-info.de/grippeimpfung/fragen-und-antworten

Der Erregersteckbrief Grippe (Influenza) unter https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/grippe-influenza/

Hygienetipps zum Verhalten im Krankheitsfall (Barrieremaßnahmen):

https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/barrieremassnahmen/

Die Studie „Infektionsschutz – Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung 2016 zum Infektionsschutz (BZgA-Forschungsbericht, September 2017)“ finden Sie unter: http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/impfen-und-hygiene

Kostenlose Bestellung der BZgA-Materialien unter:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: http://www.bzga.de/infomaterialien
Fax: 0221/8992257
E-Mail: order@bzga.de

Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 08.10.2018.

Elternbroschüre „INTERNET GEMEINSAM ENTDECKEN“

Die neue Broschüre des Internet-ABC e. V. möchte mit typischen Beispielen aus dem Familienalltag und übersichtlichen sowie kurzen Texten Eltern direkt bei ihren konkreten Fragen und Sorgen in Sachen Mediennutzung durch ihre Kindern abholen.

Die Elternbroschüre „Tipps für Eltern zum Einstieg von Kindern ins Netz“ wurde komplett überarbeitet und sowohl inhaltlich als auch gestalterisch neu aufgesetzt (siehe Anhang). Die Broschüre liefert dabei erste Antworten auf Fragen wie z. B.
– Wie lange darf mein Kind vor dem Bildschirm sitzen?
– Ab welchem Alter darf es ein eigenes Smartphone besitzen?
– Darf oder soll ich kontrollieren, was mein Kind im Internet macht?
– Ist es in Ordnung, wenn mein Kind YouTube, Facebook, Musical.ly/TikTok oder WhatsApp nutzt?

Hier finden Sie die Broschüre.

Quelle: Der PARITÄTISCHE Mecklenburg-Vorpommern – Informationsservice vom 03.10.2018

GKV-Bündnis: Neue Homepage ist online

Das neue Portal bietet Informationen zu gesunden Lebenswelten in Kommunen, Kitas und Schulen. Im Fokus steht dabei das Anliegen, die Gesundheitsförderung sozial Benachteiligter gezielt zu stärken.

Ein Wegweiser berät alle Akteure, die Gesundheitsförderung und Prävention in der Kommune, Kita oder Schule verankern möchten.

Der ansprechend gestaltete Bereich hält Informationen, Tipps und Handlungsempfehlungen bereit, um geeignete Maßnahmen zu planen und umzusetzen.

Neben den Informationen zu den verschiedenen Lebenswelten bietet die Homepage für jeden Bereich auch fundierte Qualitätskriterien zur Implementierung von Konzepten der Gesundheitsförderung.

Das GKV-Bündnis für Gesundheit ist eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten.

Hier geht es zur Homepage.

Quelle: Newsletter der Bundesvereinigung Praevention und Gesundheitsfoerderung e.V. vom 28. September 2018

Wer gerne arbeitet, ist seltener krank

Beschäftigte, die einen loyalen Chef haben und ihre Arbeit als sinnstiftend erleben, haben deutlich geringere Fehlzeiten als Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz unglücklich sind. Zu diesem Ergebnis kommt der „Fehlzeiten-Report 2018“ der AOK-Gesundheitskasse. 

Als wirklich wichtig bewerten Mitarbeitende eine gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen (97,9 Prozent), ein positives Betriebsklima (96,8 Prozent), die Loyalität des Unternehmens (96,8 Prozent) und ein gutes Verhältnis zum Chef (92,4 Prozent). Wenn diese Bilanz stimmt, fehlen sie durchschnittlich an 9,4 Tagen im Jahr.

Wer nicht gerne zur Arbeit geht, fehlt doppelt so häufig, nämlich 19,6 Arbeitstage im Jahr. Befragt wurden 2030 Personen zwischen 16 und 65 Jahren. Rund 54 Prozent der Befragten klagen über Rücken- und Gelenkschmerzen und mehr als 56 Prozent fühlen sich erschöpft, wenn die Arbeit als nicht sinnstiftend empfunden wird.

Wer zufrieden ist, hat weniger Schmerzen: Dann empfinden nur 38 Prozent Rücken- und Gelenkschmerzen, etwa 36 Prozent der Befragten fühlen sich erschöpft.

„Wenn Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern und als Arbeitgeber attraktiv bleiben möchten, sollten sie gegenüber ihren Beschäftigten mehr Loyalität vermitteln und die vertrauensvolle Zusammenarbeit quer durch die Hierarchieebenen gezielt fördern“, resümiert Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle: Newsletter der Bundesvereinigung Praevention und Gesundheitsfoerderung e. V. vom 28. September 2018

Erfolgreiche 3. Frauengesundheitskonferenz 2018

Am 3. September 2018 fand in Hannover bereits zum dritten Mal die Frauengesundheitskonferenz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) statt. Unter dem Titel „Frauen – Arbeit – Gesundheit: Aktuelle Herausforderungen, neue Perspektiven“ brachte die Veranstaltung erstmals Expertinnen aus Fachrichtungen von soziologischer Arbeitsmarktforschung über Frauengesundheitsforschung bis hin zur Arbeitsmedizin zusammen. Diese diskutierten gemeinsam mit rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern spannende Fragen: Wie wirken sich die komplexen Anforderungen aus Beruf, Familie und Haushalt auf die Gesundheit von Frauen aus? Was stärkt die Gesundheit von Frauen im Arbeitsumfeld? Wie können Frauen besser entlastet und gleichzeitig ihre Ressourcen gestärkt werden?

In einer Posterausstellung konnten sich die Besucherinnen und Besucher über innovative Projekte zur Gesundheitsförderung im Arbeitsumfeld informieren. Verschiedene Fishbowl-Diskussionsrunden ermöglichten den Austausch zwischen Theorie und Praxis und gaben Denkanstöße, wie sich eine frauenspezifische Gesundheits­förderung in den eigenen Arbeitsalltag integrieren lässt.

Erste Eindrücke zur Konferenz sowie Audiomitschnitte der Vorträge finden Sie bereits jetzt auf dem Frauengesundheitsportal unter www.frauengesundheitsportal.de/konferenzen/frauengesundheitskonferenz-2018/

Quelle: Newsletter BZgA-Frauengesundheit vom 26.09.2018

Mehr Lebensqualität im Alter – Im Alter IN FORM erweitert Angebote für Seniorenarbeit

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) weitet ihr Engagement für mehr Lebensqualität im Alter aus. Unter dem Titel „Im Alter IN FORM – ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung und aktive Teilnahme auf kommunaler Ebene fördern“ bietet die BAGSO Schulungen für Haupt- und Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit an. Damit sollen Angebote unterstützt werden, die älteren Menschen den Zugang zu einer ausgewogenen Ernährung, mehr Bewegung und aktiver Teilnahme ermöglichen. Verantwortlichen in Kommunen, die in ihrer Seniorenarbeit neue Angebote aufbauen und bestehende weiterentwickeln möchten, bietet „Im Alter IN FORM“ zudem eine begleitende fachliche Beratung.
Ziel des Projektes ist es, das Wohlbefinden im fortschreitenden Alter so gut wie möglich zu erhalten und damit die Lebensqualität zu verbessern. Einen neuen Schwerpunkt setzt „Im Alter IN FORM“ bei der Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen. Wie beispielsweise in Pflegeinrichtungen eine ausgewogene Ernährung gewährleistet werden kann, ist Thema von Fachtagungen, die in ganz Deutschland angeboten werden.
„Im Alter IN FORM“ wird bis Mitte 2021 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Kooperationspartner sind die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), der Deutsche Turner-Bund e. V. und die Deutsche Gesellschaft für AltersZahnmedizin e. V. (DGAZ). Das Projekt ist Teil von „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“.

Aktuelle Termine und Informationen werden auf der Projektwebseite „im-alter-inform.de“ veröffentlicht.

Pressemitteilung der BAGSO vom 20.09.2018

Alkoholfrei in der Schwangerschaft – dem Kind zuliebe

BZgA weist zum Tag des alkoholgeschädigten Kindes auf hohe Risiken von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft hin

Anlässlich des „Tages des alkoholgeschädigten Kindes“ am 9. September 2018 rufen die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werdende Mütter auf, bewusst auf Alkohol zu verzichten. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann zu schwerwiegenden Schädigungen beim Kind führen – den Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) bis hin zum Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS). Kinder mit FASD können in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung dauerhaft stark beeinträchtigt sein.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, betont: „Alkoholgeschädigte Kinder sind ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen, denn FASD ist nicht heilbar. Dieses Schicksal lässt sich komplett vermeiden, wenn Schwangere schlicht und einfach auf Alkohol verzichten. Zwar wissen mittlerweile mehr als 80 Prozent der Bevölkerung um die Risiken von Alkohol in der Schwangerschaft, dennoch kommen jedes Jahr tausende von Kindern mit FAS oder FASD auf die Welt. Prävention und Information sind also kein ‚Kann‘, sondern noch immer ein absolutes ‚Muss‘! Aus diesem Grund werde ich weiterhin Betroffene und deren Familien unterstützen und mich für die Aufklärung über FASD stark machen – Kinder müssen gesund aufwachsen!“

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: „Während der Schwangerschaft wird das Kind über die Nabelschnur mit allen notwendigen Nährstoffen von der Mutter versorgt. Auf diesem Weg gelangt auch der Alkohol zum Kind. Bereits geringe Mengen können das Ungeborene erheblich schädigen. Deshalb empfiehlt die BZgA: kein Tropfen Alkohol während der gesamten Schwangerschaft!“

Je nachdem, in welcher Schwangerschaftsphase Alkohol getrunken wird, fallen die Schädigungen unterschiedlich aus: Im frühen Stadium kann Alkohol unter anderem Organe schädigen und Fehlbildungen der Extremitäten und Gliedmaßen sowie des Gesichts verursachen. Alkoholkonsum im späteren Verlauf der Schwangerschaft kann zu Wachstumsverzögerungen und kognitiven Beeinträchtigungen beim Kind führen.

Um werdende Mütter für die Risiken des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft zu sensibilisieren, bietet die BZgA für Schwangere und ihre Partner verschiedene Informationsmaterialien zur Entstehung und Vermeidung von Fetalen Alkoholspektrumstörungen an. Sie unterstützt werdende Mütter, denen es schwerfällt, auf Alkohol zu verzichten, auch online und anonym beim Konsumstopp. Hilfe bietet das Internetportal IRIS unter http://www.iris-plattform.de. Für Mitarbeitende in der Schwangerenvorsorge steht ein Leitfaden für die Beratung von alkoholkonsumierenden Schwangeren zur Verfügung.

Weitere Informationen:

BZgA-Materialien zum Thema „Alkoholfrei in der Schwangerschaft“

– „Informationen zum Thema Alkohol für Schwangere und ihre Partner“

– „Andere Umstände – neue Verantwortung“. Informationen und Tipps zum Alkoholverzicht während der Schwangerschaft und Stillzeit

– „Lecker & gesund hoch zwei – Alkoholfreie Drinks nicht nur für Schwangere“

– Für Multiplikatoren: „Bewusst verzichten: Alkoholfrei in der Schwangerschaft“ – Praxismodule für die Beratung von Schwangeren

Kostenlose Bestellung der BZgA-Materialien unter:

http://www.kenn-dein-limit.de/infomaterial

Im Internet:

– Online-Beratungsangebot http://www.iris-plattform.de

http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit

Informationen zur Schwangerschaft:

http://www.familienplanung.de

Informationen der Bundesdrogenbeauftragten zum Alkoholkonsum in der Schwangerschaft:

http://www.drogenbeauftragte.de

Gemeinsame Pressemitteilung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 05.09.2018

BZgA: Schwanger mit Behinderungen – Neue Informationen auch für besondere Bedarfe

Menschen mit Behinderungen haben häufig erhöhten und sehr spezifischen Informationsbedarf. Dies gilt gleichermaßen für die Themen Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit ihrem Kind. Daher bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jetzt online alltagsrelevante Informationen auch für Schwangere mit Behinderungen an. Das Internetportal www.familienplanung.de startet mit einer Reihe von Beiträgen für Schwangere mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung sowie einer Querschnittslähmung. Daneben gibt es Informationen für werdende Mütter mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Epilepsie, Multipler Sklerose oder einer rheumatischen Erkrankung.
Unter Menschen mit Kinderwunsch und werdenden Eltern in Deutschland finden sich auch Menschen mit Behinderungen. Hierzu können körperliche Beeinträchtigungen, aber auch chronische Krankheiten gehören. Je nach Ausmaß der Behinderung sind die Hürden vor und während einer Elternschaft unterschiedlich hoch. Oft ist eine komplikationslose Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft möglich – vorausgesetzt, Betroffene erhalten alle für sie relevanten Informationen und notwendigen Hilfen.
„Mit unserem Portal www.familienplanung.de sprechen wir Schwangere mit Behinderungen gezielt an und stellen ihnen passgenaue Informationen zur Verfügung“, erläutert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Gleichzeitig wollen wir mit dem neuen Angebot einen Beitrag leisten, die gesellschaftliche Akzeptanz für die speziellen und besonderen Bedarfe der (werdenden) Eltern mit körperlicher Beeinträchtigung oder chronischer Erkrankung zu erhöhen. Denn viele Betroffene wünschen sich, auch in Schwanger- und Elternschaft die notwendige Unterstützung zu erfahren, was noch immer nicht selbstverständlich ist.“
Eine Bedarfsanalyse der BZgA ergab, dass Schwangeren mit Behinderungen oftmals qualitätsgesicherte Informationen im Zusammenhang mit ihrer speziellen Beeinträchtigung fehlen. Neben medizinischen und geburtshilflichen Fragen gehören dazu vor allem Themen wie barrierefreie Arzt- und Hebammenpraxen, Geburtsvorbereitungskurse, in denen individuelle Lösungen für verschiedene Anforderungen entwickelt werden können, sowie regionale Beratungsangebote. Die neuen Texte liefern Antworten auf diese Fragen und geben außerdem einen Überblick über Fachverbände und Selbsthilfegruppen, die Schwangere mit einer Behinderung jenseits der individuellen medizinischen Begleitung beraten und unterstützen.
Nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz ist es Aufgabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Frauen und Männern unabhängige und qualitätsgesicherte Informationen zu allen Themen der Familienplanung zur Verfügung zu stellen. Hierfür hat sie mit www.familienplanung.de ein qualitätsgesichertes und unabhängiges Online-Angebot entwickelt.

Quelle: Pressemitteilung der BZgA vom 22.8.2018

Deutsches Kinderhilfswerk: Ausgrenzung von armen Kindern in Deutschland beenden

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert von der Bundesregierung ein entschiedeneres Vorgehen gegen die nach wie vor viel zu hohe Kinderarmut in Deutschland. Dafür müssen aus Sicht der Kinderrechtsorganisation die durch die positive wirtschaftliche Lage vorhandenen Verteilungsspielräume für eine grundlegende Reform der Familienförderung genutzt werden. „Es muss Schluss sein mit dem ,Weiter so‘ in der Familienförderung, wir brauchen eine konsequentere Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland. Hier müssen die richtigen Prioritäten gesetzt werden, und da sind die im Koalitionsvertrag von Union und SPD vorgesehenen Maßnahmen schlichtweg zu wenig. Wir brauchen insbesondere armutsfeste Regelsätze, verstärkte Unterstützungsleistungen für Alleinerziehende sowie mehr Investitionen in schulische und vorschulische Bildung“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, mit Blick auf die neuesten Zahlen zum Bildungs- und Teilhabepaket.
Grundsätzlich plädiert die Kinderrechtsorganisation für ein Bundeskinderteilhabegesetz, das Kindern und Heranwachsenden aus Familien in prekären Lebenslagen einen besonderen Rechtsanspruch auf Förderung und Teilhabe gibt, bundeseinheitliche Standards setzt und Fachgesetze für mehr Teilhabe und effektive Armutsprävention systematisch ändert und ergänzt. Ziel ist dabei insbesondere Teilhabe durch eine bedarfsgerechte Infrastruktur im direkten Lebensumfeld zu garantieren.
„Zudem ist es dringend notwendig, das System der Familienförderung zu entbürokratisieren. Auch wenn jetzt erstmals mehr als eine Million Kinder beim Erwerb von Schulbedarf Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket erhalten, verzweifeln viele Menschen an der Undurchsichtigkeit des Systems und beantragen ihnen zustehende Leistungen nicht. Dass überhaupt so viele Menschen die Kosten für Bildung und Teilhabe nicht aus ihrem regulären Einkommen aufbringen können, darf in einem so reichen Land wie Deutschland doch nicht Normalität sein. Im Übrigen hat bereits vor zwei Jahren der Bundesratsausschuss für Arbeit, Integration und Sozialpolitik grundlegende Kritik an der Berechnungsmethode der Regelsätze für Kinder und Jugendliche, der Höhe des Schulbedarfspakets und den unzureichenden Leistungen für Alleinerziehende geübt. Demnach werden die Regelsätze für Kinder und Jugendliche nicht wissenschaftlich b elastbar ermittelt. Hier muss sich endlich grundlegend etwas ändern“, so Hofmann weiter.
Zudem setzt sich das Deutsche Kinderhilfswerk für die Einführung einer bedarfsgerechten Kindergrundsicherung ein, die das Existenzminimum von Kindern unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, der Familienform und dem bisherigen Unterstützungssystem gewährleistet.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 27.8.2018

 

Neues Internetangebot für pflegende Angehörige

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat ein Internetportal mit Informationen rund um das Thema „Prävention von gesundheitlichen Problemen in der Pflege“ bereitgestellt. Das Angebot richtet sich an pflegende Angehörige.

Das neue Portal richtet sich in erster Linie an pflegende Angehörige ohne fachliche Vorbildung. Auf der Homepage werden verständlich dargestelltes Basiswissen und Praxis-Tipps für den Pflegealltag angeboten. Ein ansprechend gestalteter Erklärfilm ermöglicht einen guten Einstieg in das Thema.  Eine ausführliche Linksammlung bietet den interessierten Lesern weiterführende Informationen und Hilfestellungen.

Ein Schwerpunkt des Informationsangebotes widmet sich der Frage, welche Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige bestehen. So gibt es umfassende Informationen zur Pflegberatung: Um die Pflege bestmöglich zu organisieren, haben pflegende Angehörige nämlich Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung.

Dort erfahren sie, welche Möglichkeiten zur Entlastung es gibt, zum Beispiel finanzielle Hilfen, Auszeiten von der Pflege, Pflegekurse oder Angehörigen-Gruppen. In Pflegekursen und Schulungen werden Grundkenntnisse für den Pflegealltag vermittelt. Dadurch sollen pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen gemindert und ihrer Entstehung vorgebeugt werden.

www.pflege-praevention.de 

Quelle: Newsletter der Bundesvereinigung Praevention und Gesundheitsfoerderung e. V. vom 31. August 2018